Welle rot

Magen-Darm Erkrankungen:

Anders als man es vermutet, beginnt die Verdauung schon im Mund. Durch den Speichel und das mechanische zerlegen der Nahrung (kauen) wird bereits die Nahrung für den weiteren Weg vorbereitet. 
Durch unseren Alltag und die Schnelllebigkeit unserer Zeit, wird sich sehr wenig Zeit genommen die Nahrung auch zu geniessen. 
Viel zu schnell wird herunter geschluckt, ohne die Nahrung ausreichend zu kauen. 
Manchmal sind es auch Fehlstellungen des Kiefers und/oder der Zähne, oder eben auch fehlende Zähne, die verhindern, dass die Nahrung ordentlich gekaut wird. 
Man sagt, ein Bissen sollte so oft gekaut werden, wie ein gesundes Erwachsenengebiss an Zähne hat. (32x) Suppen sind davon natürlich ausgeschlossen.
Hier kann schon die erste Hürde sein, die für folgende Magen-Darm Probleme verantwortlich sein können.

Nun geht es in den Magen. 
Der Magen hat einen PH-Wert von 1-3. Also ziemlich sauer (Salzsäure hat einen PH-Wert von 1). 
Das dient dazu, die mit der Nahrung aufgenommenen Keime zu neutralisieren oder eben zu zerstören, damit wir nicht krank werden.
Im Magen haben wir eine Reihe von Mechanismen, die für die Weiterverarbeitung der Nahrung zuständig sind. Da wäre z.B. die Peristaltik. Die Nahrung wird durch das Zusammenziehen des Magens noch einmal ordentlich durchgerührt und mit Magensäure vermengt. 
Die Magensäure wiederum ist nicht nur wichtig um Keime abzutöten. Sie aktiviert auch den Intrinsic-Faktor, der für die Aktivierung von Vitamin B12 zuständig ist. Ein zu wenig von Magensäure macht zu wenig Intrinsic-Faktor und das kann auf Dauer zu einem Vitamin B12 Mangel führen. 
Man kann allerdings ein zu wenig an Magensäure nicht von zu viel unterscheiden, da sie von den Symptomen sich ziemlich gleichen. Oft wird nun ein Magensäureblocker genommen, was ein evtl. zu wenig Magensäure noch weniger macht und somit wiederum der Magen versucht mit noch mehr Produktion von Magensäure dem Magensäureblocker zu bekämpfen. Ein Kreislauf, der oft nicht folgenlos bleibt.

Im Dünndarm angekommen, wird die Nahrung noch einmal mit Gallensäure und Sekrete aus der Bauchspeicheldrüse versetzt. Dies dient zur Fettverdauung.
Hier finden wir auch zum ersten Mal (ausser im Mund) wertvolle Darmbakterien. 
Es sind anaerobe Bakterien, also Bakterien, die ohne Luft auskommen.
Im Dünndarmabschnitt werden die Nährstoffe nun aus der Nahrung herausgefiltert und aufgenommen.
Ebenso sind die dort ansässigen Bakterien in der Lage aus der Nahrung selbstständig Vitamine herzustellen (B2, B12, Folsäure, Vitamin K, Biotin).
Sind nun die Darmbakterien gestört, kann es zu einem Mangel an diesen Vitaminen führen. Aber auch zu einer Aufnahmestörung im Darm von Nährstoffen. 

Der Dickdarm befindet sich im Anschluss und beinhaltet die grösste Menge an Darmbakterien.
Hier wird auch das Eisen aufgenommen, die Gallensäure als Recyclingprodukt dem Körper wieder zugeführt, dem Nahrungsbrei das Wasser entzogen und zur Ausscheidung vorbereitet. 
Die hier lebenden Darmbakterien sind aerob. Also sie leben unter Lufteinschluss. Man nennt sie auch die Fäulnisflora. Hier findet Gärung statt, aber auch Fermentation. Die Darmbakterien sorgen auch für eine intakte Darmschleimhaut, welche so wichtig für das Immunsystem ist.

Ca. 3 kg Darmbakterien haben wir im gesamten Darm und eine Oberfläche der Schleimhäute von ca. 300-500 qm.

In dem gesamten Magen-Darm Trakt kann es zu unterschiedlichsten Erkrankungen kommen.
Stress, Gifte, Fehlernährung, Medikamente und vieles mehr können den Darm erheblich stören und somit zu Erkrankungen führen.

Oft heisst es auch, dass die Darmerkrankung von der Mutter vererbt wurde.
Wenn man sich nun vorstellt, dass der Darm des Säuglings in der Schwangerschaft nahezu steril ist und erst durch die Geburt das Baby die Starterkulturen abbekommen.
Denn bei der Geburt kommt das Baby bestenfalls vaginal zur Welt. Beim austreten des Köpfchens kommt es mit den Scheiden- als auch Darmbakterien in Berührung. Das ist eine Art Impfung und gibt als Starterkultur es dem Baby mit auf dem Weg, so dass sich der Darm des Babys entwickeln kann.
Wenn nun die Mama aber schon ein (unentdecktes) Darmproblem hat, wird das Baby mit den falschen Starterkulturen geimpft. Und so werden die Darmerkrankungen von Mutter zu Kind „vererbt“

Über den Darm kann man noch stundenlang so weiter schreiben.
Schlussendlich gilt es doch aufzudecken, was mit dem Darm nun nicht stimmt und dieses wieder zu korrigieren.
Das heisst, es wird von der Nahrungsaufnahme, über Genussmittel, bis zu Medikamente, Stress und noch einiges mehr geschaut was da schief gelaufen ist. Die Missverhältnisse sollten versucht werden auszuschalten.
Im Labor wird dann noch ein Darmcheck veranlasst und entsprechend des Ergebnisses die Therapie angestrebt.

Menü schließen