Die Schilddrüse

Definition:

Die Schilddrüse – kleines Organ mit großer Wirkung
Was ist die Schilddrüse und wo sitzt sie?

Die Schilddrüse (lateinisch: Glandula thyroidea) ist eine schmetterlingsförmige endokrine Drüse, die direkt unterhalb des Kehlkopfes an der Vorderseite des Halses liegt. Sie besteht aus zwei seitlichen Lappen, die durch einen schmalen Gewebestreifen – den sogenannten Isthmus – miteinander verbunden sind und seitlich die Luftröhre umschließen.

Trotz ihrer bescheidenen Größe ist sie ein zentraler Taktgeber des gesamten Körpers:

  • Gewicht: 20–30 Gramm
  • Volumen: bei Frauen bis ca. 18 ml, bei Männern bis ca. 25 ml – ein zu klein ist nicht definiert
  • Lage: vorderer Halsbereich, unterhalb des Kehlkopfes, der Luftröhre direkt aufliegend
Was macht die Schilddrüse?

Die Schilddrüse produziert, speichert und gibt bei Bedarf lebenswichtige Hormone ab:

  • Thyroxin (T4) – das Speicherhormon, wird in der Peripherie in das aktive T3 umgewandelt
  • Trijodthyronin (T3) – das biologisch aktive Schilddrüsenhormon
  • Calcitonin – reguliert den Kalziumstoffwechsel und wird von speziellen C-Zellen gebildet

Diese Hormone beeinflussen nahezu jeden Prozess im Körper: Stoffwechsel, Energieproduktion, Herzrhythmus, Körpertemperatur, Gewicht, Gehirnfunktion, Fruchtbarkeit, Knochenaufbau, Muskelkraft und emotionale Ausgeglichenheit.

Die Produktion der Schilddrüsenhormone wird über eine fein abgestimmte Regelachse gesteuert:

Hypothalamus → TRH → Hypophyse → TSH → Schilddrüse → T3/T4

Steigt der Hormonspiegel im Blut, wird die Produktion gedrosselt – sinkt er, wird sie angeregt. Dieses Rückkopplungssystem sorgt normalerweise für ein stabiles hormonelles Gleichgewicht.

Die Laborwerte der Schilddrüse – was wird gemessen?

TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) Das wichtigste Screening-Hormon. Es wird von der Hirnanhangsdrüse produziert und zeigt an, ob die Schilddrüse über- oder unterstimuliert wird. Normwert: ca. 0,4–4,0 mU/l laut Schulmedizin. Tatsächlich sollte der Wert nicht höher sein als 2 (Ausnahmen bestätigen die Regel) Ein erhöhter TSH-Wert weist auf eine Unterfunktion hin, ein erniedrigter auf eine Überfunktion. Allerdings ist er sehr störanfällig und kann schon bei einem Infekt, oder Jodeinnahme deutlich erhöht sein, ohne dass es eine Auswirkung auf die Funktion der Schilddrüse hat.

fT3 (freies Trijodthyronin) Das biologisch aktive Schilddrüsenhormon. Normwert: ca. 2,0–4,4 pg/ml. Gibt Auskunft über die tatsächlich verfügbare Hormonaktivität. Optimal sollte der Wert im obersten Drittel liegen.

fT4 (freies Thyroxin) Das Speicherhormon, das in den Geweben zu T3 umgewandelt wird. Normwert: ca. 0,8–1,8 ng/dl. Wichtig zur Beurteilung der Produktionsleistung der Drüse. Optimal sollte der Wert im obersten Drittel liegen.

rT3 (reverses T3) Das reverse T3 ist ein inaktives Spiegelbild des aktiven T3 – strukturell identisch, aber biologisch wirkungslos. Es entsteht, wenn der Körper unter Stress, bei chronischen Erkrankungen, Nährstoffmangel oder Entzündungen das T4 nicht in das aktive T3, sondern bevorzugt in dieses Gegenstück umwandelt. Hohe rT3-Werte können alle Rezeptoren für das aktive T3 blockieren – mit der Folge einer funktionellen Hypothyreose, bei der die übrigen Laborwerte (TSH, fT3, fT4) noch völlig unauffällig erscheinen.

Normwert: ca. 10–24 ng/dl (je nach Labor).

TPO-Antikörper (TPO-AK / MAK) Antikörper gegen die Thyreoperoxidase, ein schilddrüseneigenes Enzym. Erhöhte Werte sind charakteristisch für die Hashimoto-Thyreoiditis, kommen aber auch bei Morbus Basedow vor. Normwert: < 34 IU/ml (je nach Methode).

Thyreoglobulin-Antikörper (Tg-AK / TAK) Antikörper gegen das Schilddrüsenprotein Thyreoglobulin. Erhöht besonders bei Hashimoto-Thyreoiditis und als Verlaufsparameter nach Schilddrüsenoperationen wegen Karzinom.

TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper) Diese Antikörper besetzen und stimulieren den TSH-Rezeptor an der Schilddrüsenzelle und lösen dadurch eine unkontrollierte Hormonproduktion aus. Erhöhte TRAK-Werte sind in über 90 % der Fälle charakteristisch für Morbus Basedow. Normwert: < 1,0 mU/l.

Thyreoglobulin (Tg) Wird nach Entfernung der Schilddrüse als Tumormarker zur Verlaufskontrolle bei Schilddrüsenkarzinomen eingesetzt.

Calcitonin Wird bei Verdacht auf ein medulläres Schilddrüsenkarzinom bestimmt.

Übersicht: Laborkonstellationen auf einen Blick
Befund TSH fT4 fT3 Antikörper
Gesund / euthyreot normal normal normal negativ
Latente Hypothyreose normal normal ggf. TPO-AK ↑
Manifeste Hypothyreose ↑↑ ggf. TPO-AK ↑
Latente Hyperthyreose normal normal ggf. TRAK ↑
Manifeste Hyperthyreose ↓↓ TRAK ↑ (Basedow)
Hashimoto-Thyreoiditis variabel variabel variabel TPO-AK ↑, Tg-AK ↑
Morbus Basedow ↑↑ TRAK ↑↑

Erkrankungen der Schilddrüse

Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Autoimmunerkrankung überhaupt und die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion in Industrieländern. Das Immunsystem richtet sich gegen körpereigenes Schilddrüsengewebe – die Drüse wird schleichend entzündet und abgebaut.

Betroffen sind Frauen deutlich häufiger als Männer. Die Erkrankung verläuft oft jahrzehntelang unbemerkt.

Typische Symptome:

  • Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
  • Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung
  • Kälteempfindlichkeit, kalte Hände und Füße
  • Haarausfall, trockene Haut, brüchige Nägel
  • Verlangsamte Denkfähigkeit, Brain Fog, Gedächtnissprobleme
  • Verstopfung
  • Depressive Verstimmungen, innere Leere
  • Zyklusstörungen, verminderte Fruchtbarkeit
  • Muskelschmerzen, Gelenkschwellungen
  • Verlangsamter Herzschlag

Laborwerte:

  • TSH erhöht (bei manifester Hypothyreose)
  • fT4 und fT3 erniedrigt (bei manifester Hypothyreose)
  • TPO-AK deutlich erhöht (bei 90–100 % der Betroffenen)
  • Tg-AK erhöht (bei 60–85 % der Betroffenen)
  • TRAK negativ (Unterscheidung zu Morbus Basedow)
  • Wichtig: Bei seronegativer Hashimoto können alle Antikörper unauffällig sein – die Diagnose gelingt dann nur über den Ultraschall
Morbus Basedow

Morbus Basedow ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion. Auch hier handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung: Sogenannte TRAK stimulieren unkontrolliert die Schilddrüsenzellen zur übermäßigen Hormonproduktion.

Typische Symptome:

  • Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, erhöhter Blutdruck
  • Innere Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit
  • Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit
  • Wärmeintoleranz, übermäßiges Schwitzen
  • Zittern der Hände
  • Schlafstörungen
  • Durchfälle
  • Muskelschwäche
  • Endokrine Orbitopathie – hervorstehende Augäpfel (Exophthalmus), Augenbrennen, Doppelbilder (charakteristisch für Morbus Basedow)
  • Vergrößerung der Schilddrüse (Struma)

Laborwerte:

  • TSH erniedrigt oder nicht messbar
  • fT4 und fT3 erhöht
  • TRAK stark erhöht (bei > 90 % der Betroffenen)
  • TPO-AK erhöht (bei 60–70 % der Betroffenen)
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Die Hypothyreose bezeichnet einen Zustand, in dem die Schilddrüse nicht ausreichend Hormone produziert. Sie kann durch Hashimoto, eine Schilddrüsenoperation, Radiojodtherapie oder Jodmangel entstehen. Man unterscheidet:

  • Latente (subklinische) Hypothyreose: TSH erhöht, fT4 noch normal – oft bereits mit Symptomen
  • Manifeste Hypothyreose: TSH erhöht, fT4 und fT3 erniedrigt

Typische Symptome:

  • Erschöpfung, Antriebslosigkeit
  • Gewichtszunahme
  • Kälteempfindlichkeit
  • Verlangsamter Herzschlag, erhöhter Blutdruck
  • Verstopfung
  • Depressionen, verlangsamtes Denken
  • Haarausfall, trockene Haut
  • Zyklusstörungen, Fertilitätsprobleme
  • Wassereinlagerungen, geschwollene Augenlider

Laborwerte:

  • TSH ↑
  • fT4 ↓ (bei manifester Hypothyreose)
  • fT3 ↓ (bei manifester Hypothyreose)
  • TPO-AK ggf. erhöht (bei Hashimoto als Ursache)
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Bei der Hyperthyreose produziert die Schilddrüse zu viel Hormon. Neben Morbus Basedow können auch autonome Schilddrüsenknoten (die selbstständig, unkontrolliert Hormone produzieren) oder eine Thyreoiditis die Ursache sein.

Typische Symptome:

  • Herzrasen, Herzrhythmusstörungen
  • Innere Unruhe, Reizbarkeit, Schlafstörungen
  • Gewichtsverlust bei gesteigertem Appetit
  • Wärmeintoleranz, Schwitzen
  • Zittern, Muskelschwäche
  • Durchfälle
  • Osteoporose (bei längerem Verlauf)

Laborwerte:

  • TSH ↓ oder supprimiert
  • fT4 ↑
  • fT3 ↑ (bei Produktionshyperthyreose besonders stark erhöht)
  • TRAK ↑ (bei Morbus Basedow)
Struma (Kropf)

Als Struma bezeichnet man eine Vergrößerung der Schilddrüse. Sie kann mit normaler Funktion (euthyreote Struma), Unterfunktion oder Überfunktion einhergehen. Häufige Ursachen sind Jodmangel, Hashimoto, Basedow oder Knoten.

Typische Symptome:

  • Sichtbare oder tastbare Schwellung am Hals
  • Schluckbeschwerden, Druckgefühl im Hals
  • Engegefühl, Kloßgefühl
  • Heiserkeit (bei Druck auf Nerven)
  • Kurzatmigkeit (bei großem Kropf)

Laborwerte:

  • TSH, fT3, fT4 je nach Funktionslage variabel
  • Antikörper zum Ausschluss einer Autoimmunursache
  • Ultraschall zur Beurteilung von Größe und Gewebetextur zwingend erforderlich
Schilddrüsenknoten

Schilddrüsenknoten sind häufig – ein Großteil der Bevölkerung hat asymptomatische Knoten, die meist gutartig sind und zufällig im Ultraschall entdeckt werden. Sie können einzeln oder in größerer Zahl auftreten (Knotenstruma).

Typische Symptome (meist keine, bei größeren Knoten):

  • Druckgefühl oder Schluckbeschwerden
  • Sicht- oder tastbare Veränderung am Hals
  • Bei hormonproduzierenden Knoten: Symptome der Überfunktion

Laborwerte:

  • TSH als erster Schritt (supprimiertes TSH weist auf hormonproduzierenden Knoten hin)
  • fT3, fT4 bei auffälligem TSH
  • Calcitonin zum Ausschluss eines medullären Karzinoms
  • Ultraschall zur Charakterisierung des Knotens unbedingt erforderlich
Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung)

Entzündungen der Schilddrüse können verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten sind:

  • Hashimoto-Thyreoiditis (autoimmun, chronisch)
  • Thyreoiditis de Quervain (meist nach Virusinfekt, schmerzhaft)
  • Postpartale Thyreoiditis (nach der Geburt, oft vorübergehend)
  • Stille (schmerzlose) Thyreoiditis

Typische Symptome (akute Thyreoiditis de Quervain):

  • Schmerzen im Halsbereich, Schluckbeschwerden
  • Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl
  • Vorübergehende Hyperthyreose, dann oft Hypothyreose
  • Erhöhte Entzündungswerte (BSG, CRP)

Laborwerte:

  • TSH variabel je nach Phase
  • fT4 und fT3 initial erhöht (Destruktionsphase), dann erniedrigt
  • TPO-AK ggf. erhöht
  • BSG und CRP erhöht (besonders bei de Quervain)
Schilddrüsenkarzinom

Schilddrüsenkrebs ist selten, wird aber durch die verbesserte Ultraschalldiagnostik zunehmend früh entdeckt. Die Prognose ist bei rechtzeitiger Diagnose in den meisten Fällen sehr gut. Man unterscheidet differenzierte Karzinome (papillär, follikulär), medulläres Karzinom und das seltene anaplastische Karzinom.

Mögliche Symptome:

  • Meist keine Beschwerden (Zufallsbefund im Ultraschall)
  • Tastbarer, harter Knoten
  • Heiserkeit, Schluckbeschwerden (bei fortgeschrittenem Befund)
  • Vergrößerte Lymphknoten am Hals

Laborwerte:

  • TSH, fT3, fT4 oft unauffällig
  • Calcitonin stark erhöht bei medullärem Karzinom
  • Thyreoglobulin (Tg) als Tumormarker nach Schilddrüsenentfernung
  • CEA (Karzinoembryonales Antigen) beim medullären Karzinom
Ein Wort zur ganzheitlichen Schilddrüsendiagnostik

Schilddrüsenerkrankungen sind vielschichtig – ein einzelner Laborwert erzählt selten die ganze Geschichte. In meiner Praxis kombiniere ich deshalb immer:

  • Eine ausführliche Anamnese – Ihre Beschwerden, Ihre Familiengeschichte, Ihr Lebensstil
  • Ein umfassendes Schilddrüsenlabor – TSH, fT3, fT4, alle relevanten Antikörper
  • Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse – zur Beurteilung des Gewebezustandes
  • Erweiterte Mikronährstoffdiagnostik – denn Selen, Jod, Zink, Eisen und Vitamin D sind für eine gesunde Schilddrüsenfunktion unverzichtbar

Haben Sie Fragen zu Ihrer Schilddrüse oder möchten Sie eine umfassende Diagnostik durchführen lassen? Ich freue mich auf Ihr Beratungsgespräch.

 

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Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist wesentlich an unserer Stoffwechselleistung beteiligt – deshalb können eine ganze Reihe von Beschwerden mit der Schilddrüse in Zusammenhang stehen.

Meiner Erfahrung lohnt sich der Blick auf dieses sehr wichtige Organ fast immer, was durch Laborparameter und Ultraschall ermöglicht wird.

Intravenöse Sauerstofftherapie

(Oxyvenierung)

Winzige Sauerstoffbläschen setzen in den Blutgefäßen einen Reiz, welcher vor allem positive Auswirkungen auf das Immunsystem, die Durchblutung und die Mitochondrienfunktion haben kann.

Die Oxyvenierung kann bei Schilddrüsenerkrankungen ein wichtiges Werkzeug sein.

Umfassende Laboruntersuchung

Vor jeder Therapie ist die Anamnese und Analyse des individuellen Körpers entscheidend, um fundierte Entscheidungen für weitere Maßnahmen treffen zu können.

Deshalb sind ursachenorientierte Laboruntersuchungen ein wichtiger Bestandteil meiner täglichen Praxis.

Chiropraktik und Osteopathie

Die Symptome des Bewegungsapparates stehen oft in Zusammenhang mit organischen, unterschwelligen Dysfunktionen.

Die Osteopathie ermöglicht eine ursachenorientierte Behandlung, während die Chiropraktik zur Lösung von Blockaden und Mobilisierung eingesetzt wird.

Entfernen von Hautstörungen

mit der Phlebolyse

Die Phlebolyse verödet die Blutgefäße von verschiedensten Hautstörungen, z.B. Warzen, Fibrome oder erhabenen Narben.

Das Gewebe wird somit schonend abgestoßen und neue, gesunde Haut kann sich nachbilden – in einer laufenden Anwenderstudie mit über einer Million Anwendungen ist noch keine Narbenbildung bekannt.