Jod ist nicht nur für die Schilddrüse gut

Keine Angst vor Jod

Noch immer hält sich der Irrglaube, Jod sei schädlich besonders bei Schilddrüsenerkrankungen.
Gerade bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto wird noch immer Angst geschürt und konsequent von Jod, ja sogar Jodsalz, abgeraten.
Doch mittlerweile wissen wir, dass Jod besonders bei Schilddrüsenerkrankungen wichtig ist. 
Nahezu zwei Drittel aller in Deutschland lebenden haben ein Jodmangel. Man kann davon ausgehen, dass der hohe Jodmangel sogar schuld an den Schilddrüsenerkrankungen ist.

So können Jodmangelbedinge Vergrößerungen der Schilddrüse entstehen, aber auch Knoten und Zysten. Jod ist sozusagen ein Betriebsstoff für die Schilddrüse.

Durch Jod werden an die 30 Schilddrüsenhormone hergestellt. Allem voran das T3 und das T4. Kommt es zu einem Mangel, ist die Schilddrüse nicht mehr ausreichend in der Lage ihre Arbeit zu verrichten. 

Die Schilddrüse ist nahezu an allen Stoffwechselprozessen beteiligt. Bei einem Mangel können weitere Symptome auftreten, die nicht nur in der Schilddrüse gelegen sind.

Da der menschliche Körper selbst kein Jod herstellen kann, sind wir auf eine entsprechend jodreiche Ernährung oder einer Supplementierung angewiesen.
Laut einer Umfrage von Kyra und Sascha Kauffmann (Jod – Schlüssel zur Gesundheit), nehmen wir pro Tag ca. 70-120 Mikrogramm über die Ernährung zu uns. Laut Empfehlung der DGE sollte die tägliche Zufuhr bei 200-230 Mikrogramm betragen. Das ist gut das Doppelte von dem, was wir täglich auf unserem Speiseplan haben.

 Jodmangel und seine Symptome

Der Körper ist ein wahres Meisterwerk. Er kann oft lange Zeit Missverhältnisse kompensieren, bevor es ihm denn doch irgendwann zuviel wird. Interessant ist, dass alle Drüsen in unserem Körper vom Jod abhängig sind. Allem voran die Schilddrüse. 
Aber auch die Brüste – die im Übrigen die größten Jodspeicher sind – aber auch die Eierstöcke, Gebärmutter, Prostata, der Darm, die Nebennieren und bloß nicht zu vergessen, die Hypophyse und der Hypothalamus.

Allein schon die Hypophyse und der Hypothalamus leiden unter einem Jodmangel und zeigen ihre Symptome mit Hirnnebel – dem so genannten Brain Fog.
Verklebungen, Zysten und Knoten in den Brüsten entstehen häufig durch einen Jodmangel. Die Eierstöcke zeigen einen Jodmangel gern mit Zysten und unerfülltem Kinderwunsch. Auch den Spermien fehlt ohne Jod der Antrieb.

Die japanische Bevölkerung nimmt im Schnitt pro Tag bis zu 15 Milligramm (15.000 Mikrogramm) Jod rein über die Ernährung pro Tag zu sich. Zur Erinnerung. In Deutschland wir über die DGE 200 Mikrogramm (0,02 Milligramm) empfohlen. Im Übrigen haben die Japaner die niedrigste Brust,- Eierstock,- Prostatakrebsrate Weltweit. Von daher ist es schon erstaunlich, dass hier bei uns noch immer die Angst und Unsicherheit vor Jod so groß ist.

Jod als Gegenspieler und Entgifter

Jod gehört zu der Stoffklasse im Periodensystem zu den Halogenen, wie auch Flour, Brohm und Chlor. Die Halogene konkurrieren alle um denselben Rezeptor an der Zelle. Diesen Rezeptor nennt man auch NIS = Natrium Iodid Symporter. Die NIS schleusen im besten Fall Jod in die Zelle.

Da wir leider in unserer Umwelt sehr viele Halogene haben (Brohm als Flammschutz in Möbel, Gardinen und teils sogar in Backwaren), Chlor als Reinigungsmittel, Flour in Salze und Zahnpasta, vertreiben diese Halogene das Jod aufgrund der Menge vom NIS-Rezeptor.

Und wenn dann nicht genug Jod aufgenommen wird, erleiden die Zellen einen Jodmangel. Geben wir nun ausreichend Jod rein, werden die anderen Halogene vom Rezeptor entfernt und ausgeschieden und Jod kann nun von der Zelle aufgenommen werden. Daher ist ein Haushaltssalz, welches Flour und Jod enthält, eher sinnlos, da das Flour die Aufnahme vom Jod verhindert.

Wie man Jod zu sich nehmen kann

Am allerbesten ist natürlich die natürliche Zufuhr von Jod aus Fisch und Algen. Nicht jeder ist allerdings ein Freund von Maritimer Kost. Da bleibt denn nur noch die Supplementation.
Denn über andere Lebensmittel ist eine ausreichende Jodzufuhr kaum bis gar nicht zu leisten, da der Jodgehalt sich oft nur im 1-Stelligen, bestenfalls noch im unteren 2-Stelligen Mikrogramm Bereich befindet.

Der Markt hat da einiges zu bieten. Von Jodtabletten aus der Apotheke über Kelpalgen bis hin zur Lugolschen Lösung. Die Jodtabletten sind in der Regel sehr niedrig dosiert und haben oft auch Füllstoffe enthalten, die man nicht wirklich braucht. Sicher aber für den Einstieg nicht unbedingt das Verkehrteste. 

Kelpalgen haben den Vorteil, dass sie Naturbelassen sind. Sie werden getrocknet und pulverisiert. Ihre große Stärke liegt im Inneren verborgen. Denn Kelpalgen bringen alle Co-Faktoren – also weitere Nährstoffe wie Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe – mit, die man für eine gute Jodaufnahme benötigt. Auch das Rejodierungsprogramm lässt sich gut damit starten. Siehe das Buch von Kyra und Sascha Kauffmann – Jod Schlüssel zur Gesundheit.

Bei der Lugolschen Lösung ist es wieder etwas anders. Das ist eine reine Jodlösung, die gern auch zur Desinfektion besonders im Klinikalltag genutzt wird. Dennoch ist es möglich auch Lugolsche Lösung Tröpfchenweise zu sich zu nehmen.
Aber Achtung. Während Kelpalgen in der Regel gerade bei 150-300 Mikrogramm pro Tablette oder Kapsel liegen, hat ein Tropfen Lugolsche Lösung 5% bereits 6250 Mikrogramm. Das ist wahrlich schon eine ordentliche Hausnummer und eignet sich nicht dafür es im Alleingang und ohne zu Wissen wie die Schilddrüse aussieht einzunehmen. Das gehört in der Tat in therapeutische Hände und Begleitung.

Allerdings kann man die Lugolsche Lösung auch gut transdermal, also über die Haut, aufnehmen. Da liegt die Aufnahme bei ca. 10% von dem, was die Lösung pro Tropfen beinhaltet.
Eine Indikation für die transdermale Aufnahme von der Lugolschen Lösung ist z.B. die fibrozystische Mastopathie. Also das Verkleben von Brustdrüsengewebe mit Zystischen Anteilen.
Auf die Brust aufgetragen, können sich die Zysten wieder zurückbilden. 

Ebenso auch bei einer Prostatavergrösserung. Auf die Innenseiten der Schenkel im Schritt nimmt die Prostata das Jod auf und kann sich ggf. wieder erholen. Hierfür sollten Sie einen Therapeuten Ihres Vertrauens drauf ansprechen. Kenn er sich mit Jod aus, wird er Sie durch die Therapie begleiten.

Ein kurzes Wort zum Thema Kinderwunsch

Wir wissen nun, dass die Schilddrüse, die Brust, die Eierstöcke, die Gebärmutter und auch die Prostata von Jod abhängig sind. Fehlt Jod, kann die Schilddrüse z.B. nicht ausreichend Hormone produzieren.

An den Eierstöcken und der Gebärmutter haben wir T3-Rezeptoren die von der Schilddrüse bedient werden wollen. Kommt es aufgrund eines Mangels zu einer Unterversorgung, kann es  Schwierigkeiten geben überhaupt Schwanger zu werden. Auch die Spermienqualität kann darunter leiden. 

Ob Ihre Schilddrüse in Ordnung ist, können Sie kostenlos ganz einfach zuhause schon vorweg testen. Die Basaltemperatur, das ist die morgendliche Körperkerntemperatur rektal oder vaginal gemessen, zeigt an, ob Ihre Schilddrüse die Organe überhaupt in Wallung bzw. auf Temperatur bringen kann.
Denn jedes Organ braucht eine bestimmte Betriebstemperatur, sonst kann es nicht richtig arbeiten.
Die Basaltemperatur sollte bei der Frau in der ersten Zyklushälfte bei 36,5 – 36,8 liegen.
Beim Mann gern bei 36,8 – 37,1. Liegen Sie darunter, wäre ein Blick auf die Schilddrüse mit Labor und Ultraschall ratsam. 

Aber auch da gibt es was zu beachten. Der Referenzbereich ist nicht immer gleich gut. So sollte der TSH bei der Frau um die 1 bis maximal 2 liegen. Wobei im Kinderwunsch der anzustrebende Wert gern nicht höher als 1,5 liegen sollte. Die freien Schilddrüsenwerte ft3 und ft4 sollten im oberen Drittel des Referenzwertes liegen.
Das wäre optimal und sorgt so für eine gute Versorgung aller Organe mit Hormonen. 

Und in diesem Bereich sprechen wir gern vom Finetuning, da die Schulmedizin sich sehr gern nur an den Referenzwert orientiert. Hauptsache in diesem Bereich, denn ist alles gut. Die Erfahrung und die Praxis zeigen oft, dass das leider nicht immer ausreicht. Fragen Sie einen erfahrenen Schilddrüsentherapeuten, der Sie in Sache Finetuning begleiten kann.

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